Auenweiden als Kohlenstoffspeicher? UFZ-Studie im Auftrag der DUH zeigt Potenzial für den Klimaschutz

Juni 12, 2026

Im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe e.V. hat das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) untersucht, wie sich unterschiedliche Grünlandnutzungen auf die Kohlenstoffspeicherung in Auenböden auswirken. Die Ergebnisse zeigen: Besonders feuchte und regelmäßig überflutete Auenstandorte können große Mengen Kohlenstoff im Boden speichern. 

Auf extensiv beweideten Flächen wurden im Oberboden teilweise deutlich höhere Kohlenstoffgehalte gemessen als auf vergleichbaren Mähwiesen. Mögliche Ursachen sind der Verbleib organischer Substanz auf der Fläche durch Dung sowie ein verstärktes Wurzelwachstum der Pflanzen infolge des kontinuierlichen Verbisses. Entscheidend für die Kohlenstoffspeicherung ist jedoch vor allem die Kombination mit der Überflutungsdynamik. Regelmäßige Überflutungen und eine hohe Bodenfeuchtigkeit verlangsamen den Abbau organischer Substanz. Zusammen mit den durch die Überflutungen verursachten Sedimentablagerungen führt dies zu einer Anreicherung von Kohlenstoff im Oberboden. Auf höher gelegenen, trockeneren Weidestandorten waren die Kohlenstoffgehalte im Vergleich dazu deutlich geringer. 

Die Studie macht deutlich: Das größte Potenzial für die Kohlenstoffspeicherung, und damit für den Klimaschutz, liegt in der Kombination aus extensiver Beweidung und einer intakten oder wiederhergestellten Auendynamik. So können beweidete Auen nicht nur zur Förderung der Biodiversität und zum Wasserrückhalt in der Landschaft beitragen, sondern auch als natürliche Kohlenstoffspeicher wirken. 

Die ganze Studie findet sich hier:  Kohlenstoffvorräte in Auenböden 

Extensiv beweidete und intakte Auen bieten großes Potenzial für die natürliche C-Speicherung (Foto: J. Nöfer | DUH)

Extensiv beweidete und intakte Auen zeigen großes Potenzial als natürliche C-Speicher (Foto: J. Nöfer | DUH)