DUH veröffentlicht gemeinsam mit der Uni Rostock eine Studie zur Förderung extensiver Ganzjahresweiden

Oktober 7, 2026

Die DUH hat eine Arbeitsgruppe rund um Prof. Dr. Sebastian Lakner von der Universität Rostock mit einer Studie zu Förderkulissen und -instrumenten zur extensiven Ganzjahresbeweidung beauftragt. Die Ergebnisse wurden in zwei Online-Veranstaltungen vergangene Woche unter großem Interesse des Fachpublikums präsentiert und diskutiert. Kern der Analyse waren die Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP), aber auch Naturschutzförderungen wie das Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz (ANK).

In der Analyse stellt sich heraus, dass extensiv wirtschaftende Weidebetriebe aufgrund der geringen Produktionsleistung von Weideprodukten je Fläche häufig deutlich geringere Deckungsbeiträge erwirtschaften als andere tierhaltende Betriebe. Hier sollten laut Studie die erbrachten Gemeinwohl- und Ökosystemleistungen der Weidetierhaltung stärker berücksichtigt und durch Förderungen honoriert werden. Die meisten Betriebe sind stark von der Förderung durch die GAP oder andere Förderinstrumente abhängig und blicken mit Sorge auf die geplanten Kürzungen und veränderten Förderbedingungen in kommenden Förderperioden.

In der Analyse des aktuellen Fördersystems wurde zum einen die Komplexität sehr deutlich. Dabei können Betriebe momentan zwar aus einer Vielzahl von Bausteinen wählen und kommen so teilweise auch auf ausreichende Förderungen pro Hektar. Allerdings sind diese Bausteine je nach Bundesland sehr unterschiedlich und die Kombinationen auch in der Umsetzung häufig herausfordernd. Im Austausch mit dem Fachpublikum beider Veranstaltungen gab es Forderungen zu einem vereinfachten und langfristigeren Förderdesign, bei dem gut laufende Programme, wie die Ökoregelung 5 („Kennartenprogramm“) beibehalten werden.

Zum anderen stellte sich heraus, dass die extensive Weidetierhaltung mit ihren vielfältigen Leistungen für Ökosysteme und unser Gemeinwohl in den Förderinstrumenten häufig nicht spezifisch adressiert wird und damit Anreize für diese nachhaltige Landnutzungsform fehlen. Hier muss in Zukunft deutlich nachgebessert werden. Im Kontext der GAP sollten die flächenbezogenen Direktzahlungen auslaufen und extensiv wirtschaftende Weidebetriebe stärker durch an Umweltleistungen gekoppelte Zahlungen gefördert werden.

Das große Interesse an unseren Veranstaltungen hat gezeigt, dass die extensive Ganzjahresbeweidung als ein wichtiges Werkzeug für die Wiederherstellung der Natur und resiliente Landnutzungsform auf gut gestaltete Förderinstrumente angewiesen ist und gerade im Hinblick auf kommende Änderungen in den Förderinstrumenten Verbesserungsbedarf besteht.

Hier gelangen Sie zur Studie: Studie_Förderung_extensiver_Ganzjahresweiden_Lakner & Buschow 2026_DUH