Weidetierhaltung zukunftsfähig machen: GAP weiterentwickeln! DUH veröffentlicht Stellungnahme zur GAP ab 2028

September 10, 2026

Die Deutsche Umwelthilfe fordert gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Weidetierhaltung, Landwirtschaft, Landschaftspflege und Naturschutz eine grundlegende Stärkung der Weidetierhaltung in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028.

Weidetierhaltende Betriebe stehen wirtschaftlich zunehmend unter Druck, die Betriebszahlen gehen seit Jahren zurück. Dabei erbringen sie Leistungen, die weit über die Produktion von Fleisch, Milch oder Wolle hinausgehen: Extensive Beweidung erhält artenreiches Grünland, stärkt die biologische Vielfalt und den Biotopverbund, verbessert den Landschaftswasserhaushalt und unterstützt den Natürlichen Klimaschutz. Diese Leistungen müssen sich künftig stärker in der GAP ab 2028 widerspiegeln.

Naturnahe Weiden können einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) und zur Erfüllung der Natura-2000-Verpflichtungen leisten. Dafür braucht es verlässliche Mindestbudgets für Agrarumwelt- und Klimaleistungen, eine praxistaugliche Grünlanddefinition und Flächenförderung, die der Dynamik von Weideökosystemen Rechnung trägt sowie ausreichend Mittel für investive Maßnahmen, wie Weideinfrastruktur oder Naturschutzmaßnahmen. Auch Landschaftselemente wie Bäume, Sträucher oder kleine, temporäre Überflutungsbereiche müssen als selbstverständlicher Bestandteil extensiver Weideflächen anerkannt werden.

Neue Chancen bieten zudem die geplanten Umstellungsförderungen: Betriebe sollten beim Wechsel zu widerstandsfähigen und umweltfreundlichen Produktionssystemen, wie der naturnahen Weidetierhaltung, unterstützt werden. Deutschland sollte diese Möglichkeit konsequent nutzen und mit einer langfristigen Förderperspektive verbinden. Nicht zuletzt braucht es eine dauerhaft finanzierte Biodiversitätsberatung, die Betriebe dabei unterstützt, geeignete Maßnahmen umzusetzen und Fördermöglichkeiten zu nutzen.

Nur mit verlässlicher Finanzierung, guter Beratung und langfristig angelegter Förderung kann die GAP dazu beitragen, Weidetierhaltung als Multifunktionstool für resiliente Landschaften zu stärken.

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